Kann man abgelaufene Farbe noch versprühen? Hersteller zeigen Ihnen 4 schnelle Methoden, um Anzeichen von Farbverschlechterung zu erkennen.

2026-01-19 · Einstufung: Paint & Coatings

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Kann die im Lager liegengebliebene Farbe noch verwendet werden? Der zwanghafte Einsatz veränderter Farbe führt zu schweren Folgen wie Trocknungsfehlern der Lackfilme und Verlust der Haftung. Als professioneller Hersteller von Industrielacken zeigen wir Ihnen, wie Sie durch die vier Schritte Sehen, Riechen, Rühren und Prüfen schnell die Gefahrenzeichen von abgelaufener und veränderter Farbe erkennen und so Bauprojektschäden vermeiden.

Auf der Baustelle oder im Lager findet man häufig ältere Lagermengen an Farben und Lacken, die schon lange gelagert wurden. Viele denken, Lack könne solange verwendet werden, bis er nicht eingetrocknet ist – das ist jedoch ein großer Irrtum. Der Einsatz von verdorbenen Lacken führt nicht nur zu Farbabweichungen, sondern kann vielmehr zu verheerenden Qualitätsmängeln wie Abplatzungen der Beschichtung oder dauerhaftem Trocknungsausbleiben führen.

Als Hersteller von Industrielacken zeigen wir Ihnen, wie Sie die „Hilfssignale“ der Farbe erkennen:

1. Schwerwiegende „harte Ablagerung“ (Hard Settling)

  • Phänomen: Beim Öffnen des Lackgebinds befindet sich am Boden eine dicke Schicht aus festem, lehmartigem Material, das sich mit dem Rührstab überhaupt nicht lösen lässt.
  • Urteil: Eine leichte Ablagerung, die sich durch Rühren verteilen lässt, ist normal; jedoch bedeutet ein „hartes Sediment“, dass das Rostschutzpigment und das Harz sich vollständig getrennt haben und verklumpt sind – ein solcher Lack verliert selbst nach Verdünnung und Verwendung seine Korrosionsschutzwirkung.

2. Nicht entfernbarer „Hautbildung“ (Skinning)

  • Phänomen: Auf der Lackoberfläche befindet sich eine zähe Haut.
  • Urteil: Wenn es sich nur um eine dünne Schicht handelt, kann der Rest nach dem Entfernen bei gleichmäßiger innerer Flüssigkeit weiterverwendet werden; ist jedoch die Kruste sehr dick und die Lackflüssigkeit trüb, deutet dies darauf hin, dass die Harze bereits eine Oxidationsreaktion erfahren haben, wodurch die Lackhaut in ihrer Oberflächenverlaufsfähigkeit und Haftfestigkeit erheblich beeinträchtigt wird.

3. Stechender Geruch oder Aufblähen (Odor & Gassing)

  • Phänomen: Beim Öffnen des Deckels entweicht Gas (aufgeblähter Eimer) oder es ist ein deutlicher säuerlich-fauliger Geruch oder Schimmelgeruch wahrnehmbar.
  • Urteil: Dies ist normalerweise darauf zurückzuführen, dass die wasserbasierte Farbe durch Bakterien verunreinigt wurde oder dass bei der ölhaltigen Farbe eine chemische Reaktion der Komponenten zur Gasbildung geführt hat. Die Eigenschaften dieser Farbe sind vollständig verloren gegangen und sie muss als Ausschuss behandelt werden.

4. Drahtziehen und gallertartig (Gelling)

  • Phänomen: Die Lackflüssigkeit wird so zäh wie Gelee, oder wenn man den Rührstab heraushebt, bilden sich lange Fäden, und auch durch Zugabe von Verdünner lässt sich keine gleichmäßige Verdünnung erzielen.
  • Urteil: Dies zeigt, dass die Farbe bereits eine „Polymerisations- und Gelierungsreaktion“ durchlaufen hat. Verwenden Sie sie auf keinen Fall gewaltsam in der Spritzpistole, da sonst die Düse verstopft und ein sehr schlechtes Oberflächenergebnis entsteht.

Fazit: Farbe ist lebendig. Die Haltbarkeit von Industrielacken beträgt in der Regel 6–12 Monate; es wird ein Lagerungsmanagement nach dem Prinzip „zuerst eingelagert, zuerst ausgelagert“ empfohlen. Wenn Sie den Zustand der Farbe nicht sicher beurteilen können, ist der sicherste Weg, den Hersteller zu kontaktieren, um einen Klebeprobentest durchzuführen.

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