Tipps zum Abtönen von Automobil-Reparaturlacken: Der geschickte Einsatz von Metallic-Pigmenten und Perlglanzpulver

2026-07-14 · Einstufung: Technical Knowledge, Paint & Coatings

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Autoreparaturlack-Abmischung

Vorwort

Die Abmischung von Autoreparaturlacken ist eine der Kerntechnologien der Autoreparaturbranche, insbesondere die Abstimmung von Metallic-Lack und Perllack entscheidet oft über den Erfolg des Reparaturergebnisses. Viele Techniker sind bei Metallpartikeln und Perlpigmenten verunsichert. Dieser Artikel erklärt systematisch die Eigenschaften und Abstimmungstechniken dieser beiden Spezialeffekt-Pigmente.

Eigenschaften und Auswahl von Metallpartikeln

Unterschiede in den Typen von Aluminiumpulver

Das Aluminiumpulver im Metallic-Lack wird hauptsächlich in zwei Kategorien unterteilt: schwimmendes Aluminiumpulver und nichtschwimmendes Aluminiumpulver:

Aluminiumpulver-Typ Eigenschaften Anwendungsbereich
Schwimmendes Aluminiumpulver Schwimmt auf der Lackfilmoberfläche, hohe Deckkraft Vollton-Metallic-Lack
Nichtschwimmendes Aluminiumpulver Gleichmäßig im Lackfilm verteilt, funkelt je nach Winkel Silberlack, Chameleon

Auswahl der Aluminiumpulver-Korngröße

  • Feines Silberpulver (10-15μm): Gute Deckkraft, feines Metallgefühl, geeignet für helle Farbtöne
  • Mittleres Silberpulver (20-30μm): Universell, moderate Metallfunkelstärke
  • Grobes Silberpulver (40-50μm): Starkes Metallgefühl, geeignet für dunkle Töne und Spezialeffekte

Vergleich der Wirkung verschiedener Aluminiumpulver-Korngrößen

Farbabstimmungsprinzip von Perlpigmenten

Interferenzeffekt von Perlpigmenten

Perlpigmente (Glimmer-Titan) erzeugen durch unterschiedliche Titandioxid-Beschichtungsdicken einen winkelabhängigen Farbwechseleffekt. Bei einer Beschichtungsdicke von:

  • 140-180nm: Erzeugt blaue Interferenzfarbe
  • 190-230nm: Erzeugt rote Interferenzfarbe
  • 240-280nm: Erzeugt goldene Interferenzfarbe

Kontrolle der Perlpigment-Zugabemenge

Die Zugabemenge des Perlpigments beeinflusst direkt den Farbeffekt:

  • 3-5%: Leichter Perleffekt, für Übergänge
  • 8-12%: Mittlerer Perleffekt, Standardfarbabstimmung
  • Über 15%: Starker Perleffekt, meist für Spezialeffektfarben

Achtung: Perlpigment muss gründlich gerührt und dispergiert werden, um Ablagerungen und Klumpen zu vermeiden

1K- und 2K-Farbpastensysteme

1K-Farbpaste (lufttrocknend)

  • Eigenschaften: Einkomponentig, luft- oder niedrigtemperaturgetrocknet
  • Verwendung: Uni-Lack, Silberlack, Perllack
  • Verdünnungsverhältnis: 1:1 bis 1:1,5

2K-Farbpaste (zweikomponentig)

  • Eigenschaften: Erfordert Härter, chemische Vernetzungshärtung
  • Verwendung: Klarlack, härtenzusatzhaltiger Metallic-Lack
  • Mischverhältnis: Farbpaste:Härter:Verdünner = 4:1:1

Vergleich von 1K- und 2K-Farbpastensystemen

Praktische Abstimmungsschritte

Schritt 1: Basisfarbe bestimmen

  1. Original-Lackcode abfragen
  2. Rezeptur ablesen oder feinjustieren
  3. Hauptfarbton festlegen (Silber-/Perlpigment-Verhältnis)

Schritt 2: Feinabstimmungsphase

  • Silberlack-Klasse: Zuerst Silberpulver für Hell/Dunkel, dann transparente Farbpaste für Farbton
  • Perllack-Klasse: Zuerst Perlpigment für Interferenzfarbe, dann transparente Farbpaste für Sättigung

Schritt 3: Probespritzung zur Verifikation

  1. Spritzen auf Fischaugen-Prüfplatte
  2. Nach Trocknung Farbe und Metallfunkeln vergleichen
  3. Auf Übereinstimmung mit Originalfahrzeug anpassen

Häufige Probleme und Lösungen

Metallpartikel fleckig

Ursache: Instabiler Spritzdruck, ungleichmäßiger Spritzgang
Lösung: 1,3-1,5mm-Düsen-Spritzpistole verwenden, konstanten Druck und Spritzganggeschwindigkeit halten

Perlfarbe zu dunkel

Ursache: Ungleichmäßige Perlpigment-Dispersion oder zu geringe Zugabemenge
Lösung: Gründlich rühren und filtern, Perlpigment-Anteil erhöhen

Übergangsspritzung mit sichtbarer Kante

Ursache: Verdünner an der Kante zu schnell verdunstet
Lösung: Langsam verdunstenden Verdünner verwenden, an der Kante mehrschichtig dünn spritzen

Schlusswort

Die Abmischung von Autoreparaturlacken ist ein Handwerk, das Erfahrung und Technik gleichermaßen erfordert. Die Beherrschung der Eigenschaften von Metallpartikeln und Perlpigmenten sowie der geschickte Einsatz von 1K/2K-Systemen sind der Schlüssel zu hochwertigen Reparaturen. Technikern wird empfohlen, im Alltag viel mit Prüfplatten zu üben und Erfahrungen mit dem Farbverhalten verschiedener Rezepturen zu sammeln.


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