Haben Sie schon einmal folgende Situation erlebt:
Sie haben gerade den Kunststofflack sprühfertig aufgetragen, das Ergebnis sieht gut aus, aber schon nach wenigen Tagen beginnt die Lackschicht abzublättern, sich zu lösen und lässt sich sogar auf einen Ruck abziehen? Das beeinträchtigt nicht nur das Aussehen, sondern senkt die Produktqualität erheblich.
Tatsächlich liegt das Scheitern der meisten Kunststofflackierungen nicht am Lack selbst, sondern daran, dass bei der Verarbeitung einige entscheidende Details übersehen werden. Wer die folgenden vier Punkte fest im Gedächtnis behält, sorgt dafür, dass der Kunststofflack fest haftet und regelrecht „auf“ der Kunststoffoberfläche „gewachsen“ wirkt.

I. Gründliche Reinigung ist die Seele des Kunststofflackierens.
Auf Kunststoffoberflächen verbleiben häufig Trennmittel, Ölrückstände und statisch angelagerter Staub – allesamt „unsichtbare Killer“, die zum Abplatzen des Lackfilms führen.
Ein einfaches Abwischen mit einem Lappen reicht bei weitem nicht aus; man muss spezielle Reinigungsmittel, Industriealkohol oder Entfettungsmittel verwenden, um die Kunststoffoberfläche gründlich zu reinigen.
Nach der Reinigung sollte man beim Berühren mit der Hand ein deutliches „raues Gefühl“ spüren, statt eines fettigen, was zeigt, dass die Oberfläche für das Sprühen bereit ist.
II. Der Primer ist entscheidend, insbesondere bei schwer haftenden Kunststoffen wie PE.
Die meisten Kunststoffmaterialien, insbesondere Kunststoffe mit niedriger Oberflächenenergie wie PE und PP, weisen von sich aus nahezu keine Haftung auf. Wenn man direkt den Decklack aufspritzt, ist das Abblättern so gut wie unvermeidlich.
Es muss Spezial-Grundierung für Kunststoff verwendet werden.
Sie wirkt wie ein „Doppelseitiges Klebeband“, greift fest in das Kunststoffsubstrat und bildet auf der anderen Seite eine stabile Verbindung mit dem Decklack – ein unverzichtbarer Bestandteil des Kunststoff-Lacksystems.
III. Dünnes Spritzen ist das A und O – zu dicke Schichten führen unweigerlich zu Problemen.
Viele Spritzprobleme resultieren daraus, dass in einem Durchgang zu dick aufgetragen wird. Eine zu dicke Beschichtung führt nicht nur leicht zu Läufern, sondern bewirkt auch eine langsame Trocknung und verbleibende Lösungsmittelreste im Inneren, was letztlich eine schlechte Haftung zur Folge hat.
Die korrekte Spritzformel lautet:
Große Entfernung + schnelles Pistolenführen + mehrschichtiges dünnes Spritzen
Zwischen den einzelnen Schichten 5–10 Minuten Abstand halten, erst nach dem Antrocknen die nächste Schicht aufsprühen, bis die Oberfläche gleichmäßig abgedeckt ist.



IV. Die Arbeitsumgebung muss trocken und gut belüftet sein.
Feuchte Umgebungen lassen den Lackfilm weiß anlaufen und verlangsamen die Trocknung, was die endgültige Festigkeit stark beeinträchtigt.
Die Verarbeitung bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit sollte nach Möglichkeit vermieden werden, während gleichzeitig eine gute Belüftung für eine beschleunigte Verdunstung des Lösungsmittels und Aushärtung des Lackfilms sorgt.
Zusammenfassung
Damit die Kunststofflackierung fest und langlebig haftet, kommt es auf nur vier Kernpunkte an:
Gründliche Reinigung + spezieller Kunststoffhaftgrund + mehrschichtiges dünnes Sprühen + trockene Umgebung
Werden diese gesamten Prozesse strikt befolgt, weisen die Kunststoffteile nicht nur eine glänzende Optik auf, sondern auch Festigkeit und Lebensdauer des Lackfilms werden deutlich erhöht, sodass sie den Anforderungen diverser Anwendungen in Industrie, Haushaltsgeräten, Automobilbau und Dekoration entsprechen.