
Die Silan-Imprägnierung als hydrophobierende Beschichtung (auch penetrierender Silanschutz oder Imprägnierflüssigkeit genannt) ist ein funktionales Schutzsystem ohne durchgehende Oberflächenfolie. Wirksame Alkoxysilane wie Isobutyltriethoxysilan und Octyltriethoxysilan werden per Kapillarwirkung in das Porensystem von Beton, Mörtel, Ziegel und Naturstein gesogen, hydrolysen dort und kondensieren an den Porenwänden: über –Si–O–Si–-Bindungen verankert, mit den unpolaren Alkylketten zum Poreninneren oriented. Die Porenwand wechselt von hydrophil auf hydrophob. Beides geschieht zugleich: flüssiges Wasser mit gelösten Chloriden und Tausalzen wird abgewiesen, der offene Porenquerschnitt lässt innere Feuchtigkeit weiterhin als Wasserdampf entweichen. Genau diese atmungsaktive Abdichtung führt zur Ausschreibung im Meerwasser-Spritzwasserbereich, an Brücken, bei Tausalzbelastung und an Natursteinfassaden — nicht als Ersatz für eine Wannenbildung oder ein Anstrichsystem.
TL;DR — Entscheidend sind Eindringtiefe und Wasserabweisung, nicht die Schichtdicke eines Films. Öffentliche Annahmewerte: Eindringtiefe ≥3 mm nach der Färbemethode, Reduktion der Wasseraufnahme ≥90 %, Reduktion der Chloridaufnahme ≥80 %, Silan-Aktivsubstanz nicht unter 98 % (JTS/T 236-2019). Üblicher Aufwand 250–350 g/m² flüssig bzw. 350–450 g/m² als Paste, in zwei Gängen mit 3–6 h Abstand, 24 h Regenschutz, Hydrolyse-Kondensation nach etwa 7 Tagen abgeschlossen. Das System widersteht keinem Wasser von der Zugseite, überbrückt keine Risse, und jeder Überzug oder Klebevorgang ist im ersten Bauteil nachzuweisen.
1. Kennwerte im Überblick
- Aktivsubstanz: Silangehalt ≥98 % (Prüfpraxis nach JTS/T 236-2019); Herstellerangabe für Isobutyltriethoxysilan: aktives Silan ≥98,9 %, Siloxane ≤0,3 %, Chlorid ≤0,01 %.
- Eindringtiefe: ≥3 mm (Färbemethode); nach Festigkeit gestaffelt ≥3–4 mm bei ≤C45 und ≥2–3 mm bei Hochleistungsbeton >C45.
- Wasser- und Salzabweisung: Reduktion der Wasseraufnahme ≥90 %; Reduktion der Chloridaufnahme ≥80 % (einige Produktdatenblätter nennen ≥90 %).
- Aufwand: 250–350 g/m² flüssig, 350–450 g/m² Paste, verteilt auf zwei Gänge mit 3–6 h Abstand.
- Reaktion und Frühschutz: 24 h ohne Regen und Abspülen; Hydrolyse-Kondensation nach rund 7 Tagen beendet.
- Umgebungsqualifikation: 21 Tage in gesättigter Ca(OH)₂-Lösung ohne Auffälligkeit, 50 Frost-Tau-Wechsel zwischen −15 °C und 20 °C ohne Risse, 300 h Salzsprühnebel mit 5 % NaCl.
- Natursteinschutz (JC/T 973-2005): Wasserbeständigkeit im Sichtbereich ≥85 % (Premium), 70–85 % (Klasse 1), 50–70 % (entsprechend); wässrig VOC ≤200 g/L; lösemittelhaltig Benzol ≤0,5 % und Toluol plus Xylol ≤10 %; Haftfestigkeitsverlust der Unterseite ≤5,0 %.
- Maßstab: Ein Alkoxysilan-Molekül liegt im subnanometer- bis 1-nm-Bereich und erreicht Poren über 10 nm; Acrylat-Emulsionspartikel sind meist 50–500 nm groß und bleiben als Film an der Oberfläche — die physikalische Wurzel des Unterschieds beider Familien.
- Benetzungskriterium: Wasserkontaktwinkel über 90° gilt als hydrophob, über 150° als superhydrophob; silanbehandelte Flächen liegen typisch bei 100°–120°, weisen Wasser ab, ohne Mikro-Nano-Rauheit aufzubauen.
2. Mechanismus: Porenwandchemie und Umkehr des Kapillardrucks
2.1 Erst Hydrolyse, dann Kondensation
Alkoxysilane werden als R–Si(OR′)₃ geschrieben, mit R als Methyl-, Isobutyl- oder Octylgruppe und OR′ als hydrolysierbarer Ethoxy- oder Methoxygruppe. Nach dem Einsaugen hydrolysiert das adsorbierte Porenwasser die Ethoxygruppen zu Silanolen (Si–OH) und setzt Ethanol frei. Diese kondensieren untereinander und mit den Oberflächenhydroxylgruppen des Untergrunds — Si–OH von C-S-H-Gel und Quarz im Beton, M–OH der Silikatmineralien im Stein — zu einem –Si–O–Si–-Netz an der Porenwand. Die unpolaren Alkylketten legen sich aus, die Oberflächenenergie sinkt von 500–1000 mJ/m² auf etwa 20–30 mJ/m², der Kontaktwinkel steigt über 100°. Ethanol und Wasser sind kleine Moleküle und diffundieren zurück nach außen: Die Poren werden modifiziert, nicht verstopft.
2.2 Flüssiges Wasser gebremst, Wasserdampf frei
Die kapillare Wasseraufnahme folgt Young–Laplace. Im hydrophilen Pore (θ < 90°) ist der Meniskus zum Wasser hin konkav, der Druckunterschied negativ — Wasser wird eingesogen. Hydrophobe Wand (θ > 90°) kehrt das Vorzeichen um: Wasser braucht Überdruck, und die Wirkung wächst mit kleinerem Porenradius. Der Dampfttransport ist dagegen molekulare Diffusion auf ein Feuchtegradienten ohne Meniskus und bleibt unberührt. Eine einzige Modifikation sperrt also chlorid-, tau- und co2haltiges Flüssigwasser aus, während die Konstruktion weiter austrocknet — Voraussetzung der atmungsaktiven Abdichtung und Schutz gegen Flecken und Frostschaden.
2.3 Wo filmbildende Produkte übernehmen
Filmbildner — elastische Acrylatbeschichtungen, Polyurethan- oder Bitumenbahnen, Epoxid-Spachtelungen — stoppen Wasser über Kontinuität und Dicke, halten damit Wasser von der Zugseite stand und überbrücken feine Risse, bremsen aber die Dampfdiffusion und können bei feuchtem Untergrund Blasen bilden. Penetrierendes Silan liefert weder Filmdicke noch Rissüberbrückung noch Druckwasserdichtheit. Gewählt wird es, wo das Aussehen unverändert bleiben soll, wo abplatzender Film tabu ist und wo das Bauteil atmen muss. Eine tragfähige Ausschreibung legt strukturelle Abdichtung, penetrierende Hydrophobierung und Deckschicht übereinander, statt ein Produkt für alles zu beanspruchen.
3. Vier Rohstoffrouten im Vergleich
| Route | Typische Chemie | Maßstab | Eindringen und Verankerung | Verhalten im Einsatz | Haupt-Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| Silan-Monomer (heute mainstream) | Isobutyl- und Octyltriethoxysilan | Sub-nm bis 1 nm | Bis in die Porentiefe; Si–O–Si-Anker; Ethanol und Wasser als Nebenprodukte | 3–4 mm erreichbar, Aktivsubstanz ≥98 %, Aussehen unverändert | Hohe Untergrundfeuchte reagiert das Material zu früh; Flammpunkt und Geruch erfordern Lüftung |
| Siloxan-Oligomer | Teilweise hydrolysiertes Methylsiloxan | Wenige nm bis einige zehn | Reichert in den oberen 0–2 mm; blockiert an der Porenöffnung | Sichtbare Abweisung rasch, leichte Bindung der Oberfläche | Große Moleküle werden an der Oberfläche herausgefiltert; Diffusionsfähigkeit und Tiefe sinken |
| Alkalisch lösliche Silicate | Natrium- oder Kaliummethylsilicat | Ionische Lösung | Fallt mit Ca²⁺ als unlösliches Methylsilicat aus | Preiswert, einfach zu verarbeiten | Schneller Ausfall im alkalischen Milieu, Weißausblühungen, höhere Randfeuchte |
| Nano- und Fluorsilan-Hybrid | Nano-SiO₂, Fluorsilan, Kieselsol | Partikel 10–100 nm | Wandchemie plus Mikro-Nano-Topographie | Höherer Kontakt- und Rollwinkel, Richtung superhydrophob | Feinstruktur verschleißt; die Dauerhaftigkeit wird zum Limit |
Wichtig die Trennung: Eine superhydrophobe Beschichtung erreicht über 150° durch Rauheit, das Silan ändert nur die Oberflächenchemie. Die Silanschicht hat keinen Film, der abplatzen kann, altert mit dem Untergrund, weist Wasser jedoch milder ab und reinigt sich nicht selbst.
4. So wird die Leistung gemessen
4.1 Hydrophobierungsgrad und Aufnahmereduktion
Der Hydrophobierungsgrad wird aus der Wasseraufnahme vor und nach der Behandlung berechnet: H = (1 − W_behandelt / W_unbehandelt) × 100 %, mit W als Wasseraufnahme je Flächeneinheit (kg/m² bzw. g/m²) unter definiertem Tauchzyklus. Für Dämmstoffe ist das in GB/T 10299-2011 genormt. Im Betonschutz spricht man von der Reduktion der Wasseraufnahme, öffentlich gefordert ≥90 %. Drei Prüfdetails machen Ergebnisse vergleichbar: Konditionierung bei 60 °C ± 2 °C nach JC/T 973-2005, abgeschlossene 7-Tage-Reaktion vor der Prüfung und Proben aus gleichem Gestein bzw. gleicher Rezeptur.
4.2 Eindringtiefe mit der Färbemethode
Auf Bohrkern oder Frischbruch wird ein Färbemittel gesprüht: behandelte Zonen bleiben farblos, unbehandelte färben sich; die farblose Dicke ist die Eindringtiefe, beurteilt gegen ≥3 mm. Porositätsprofil und Chloridtiefenprofil ergänzen die Laborbetrachtung. Die Tiefe hängt an drei Größen — Festigkeit und Porenstruktur des Untergrunds (3–4 mm bis C45, darüber 2–3 mm), Untergrundfeuchte und Saugmenge je m², denn eine zu geringe Aufwandmenge lässt die Modifikation lückenhaft werden. Es ist ein aufgesogenes Produkt: Aufwand und Porenstruktur entscheiden, eine Frischfilmdicke hat hier keine Aussage.
4.3 Chloridreduktion und Umweltbelastung
Die Reduktion der Chloridaufnahme ≥80 % ist der öffentliche Maßstab für Salzwiderstand; Meerwasser- und Tausalzprojekte ergänzen üblicherweise Alkalitauchbad (gesättigte Ca(OH)₂, 21 Tage), Frost-Tau-Wechsel (−15 °C bis 20 °C, 50 Zyklen) und Salzsprühnebel (5 % NaCl, 300 h) der Werkstoffqualifikation. Bemessungsbezug sind JTS 153-2015 für Meerwasserbeton und TB/T 3228-2010 für Bahnbauteile.
5. Normen und Anforderungswerte
| Norm | Titel | Geltungsbereich | Relevante Werte |
|---|---|---|---|
| JT/T 991-2015 | Silan-Pasten zum Oberflächenschutz von Brückenbeton | Produktspezifikation | Eindringtiefe, Aufnahmereduktion, Chloridreduktion samt Prüfverfahren |
| JTS 153-2015 | Bemessungsstandard Dauerhaftigkeit von Wasserbauwerken | Bemessung Meerwasserbeton | Auswahllogik für Spritzwasserzone und Chloridexposition |
| JTS/T 236-2019 | Prüfnorm für Beton von Wasserbauwerken | Eingangsprüfung der Stoffe | Silan-Wirksubstanz nicht unter 98 %; Alkoholrückstände begrenzt |
| JC/T 2273-2014 | Bestimmung von Wirksubstanz und Schadstoffen in Silan-/Siloxan-Bauschutzmitteln | Analytik | GC-MS-Quantifizierung und Grenzwerte für Schadstoffe |
| TB/T 3228-2010 | Dauerhafte Instandsetzung und Schutz von Betontragwerken der Eisenbahn | Schutz von Bahnbauteilen | Anwendungsbedingungen und Anforderungen an Imprägniermittel |
| JC/T 973-2005 | Schutzmittel für Naturstein im Bauwesen | Klassifizierung der Steinschutzmittel | Wasserbeständigkeit ≥85 % / 70–85 % / 50–70 % je Güte; VOC wässrig ≤200 g/L; Benzol ≤0,5 %, Toluol plus Xylol ≤10 %; Haftverlust ≤5,0 %; Trockenschrank 60 °C ± 2 °C, Alterung mit 500-W-Quecksilberlampe |
| GB/T 10299-2011 | Prüfung der Hydrophobie von Dämmstoffen | Prüfverfahren | Allgemeiner Bezug für die Hydrophobie-Berechnung |
Die Angaben sind aus öffentlich zugänglichen Normtexten und Prüfhausbeschreibungen zusammengestellt. Normen werden fortgeschrieben; Beschaffung und Abnahme folgen daher dem jeweils gültigen Text, dem Leistungsverzeichnis und dem Werksprüfbericht.
6. Verarbeitungsfenster und Ausführungsqualität
6.1 Untergrund: trocken und offen
Der Untergrund muss vollständig trocken, frei von Standwasser, Öl, Trennmittel und Absandung sein; Risse und Fehlstellen sind vorher zu schließen, denn ein penetrierender Schutz dichtet keine Fehler. Auf Altbeton sind Carbonatisierung, Schmutz und ein Altanstrich zu entfernen, bis ein offenes Porensystem erscheint; bereits beschichtete oder abgedichtete Flächen sind nicht imprägnierbar — die Arbeit wäre verloren.
6.2 Zwei Gänge, nass in nass
Üblich sind zwei Gänge auf derselben Fläche bis zum Gesamtaufwand von 250–350 g/m² (flüssig) bzw. 350–450 g/m² (Paste), der zweite Gang 3–6 h nach dem ersten, wenn dieser oberflächlich abgetrocknet, aber noch reaktiv ist. An Senkrechten wird von unten nach oben gespritzt, um Ablaufverluste zu begrenzen; Böden und Platten werden im Niederdruckverfahren geflutet. Lufttemperatur 5 °C bis 35 °C, Untergrund mindestens 3 °C über Taupunkt, 24 h vor Regen sowie bei starkem Wind und Staub pause.
6.3 Frühschutz und Aushärtung
24 h lang ist die Fläche vor Regen, Pfützen und Begehen zu schützen, solange das Mittel noch einwandert und hydrolysiert; nach rund 7 Tagen ist die Kondensation abgeschlossen und die Leistung stabil. Abnahmeprüfung, Überarbeitung, Beklebung und Verfugung gehören hinter diesen Zeitraum und sind im ersten Bauteil zu belegen.
6.4 Mengenberechnung und Vertragsbedingungen
Kalkuliert wird Sollaufwand × Fläche × Verlustzuschlag. Raue, poröse Untergründe aufnehmen häufig 20 %–50 % mehr als dichte glatte, daher ist der Zuschlag an einer Messfläche zu bestimmen. Für die Zusammenarbeit im Export kalkulieren wir ausschließlich nach EXW/FOB; Verpackung, Flammpunkt und Transportbedingungen unterscheiden sich zwischen lösemittelhaltigen und wässrigen Systemen und sind mit SDB und vereinbarter Klausel abzugleichen.
7. Grenzen: Was diese Behandlung nicht leistet
7.1 Kein Druckwasser, keine Rissüberbrückung
Die Abweisung beruht auf umgekehrtem Kapillardruck und ist betragsmäßig begrenzt. Dauernder Wasseranlauf auf der Zugseite — Sohlplatte, Beckenwand, stehende Nässe auf dem Dach — durchdringt die Behandlung; hier sind Bahnen oder strukturelle Abdichtung erforderlich. Die Schicht ist nicht mechanisch durchgehend, sie überspannt keinen vorhandenen Riss; Risse sind vorher zu verschließen oder flexibel auszubilden.
7.2 Risiko bei Überarbeitung und Verklebung
Die ausgehärtete Porenwand trägt niedrige Oberflächenenergie: die Benetzung von Wasserlacken und der Halt von Fliesenklebern und Mörteln leiden, ebenso stören nicht reagierte Paste-Rückstände. Ist ein Folgeanstrich, eine Beklebung oder Verfugung geplant, nach der Reaktionszeit ein Haftungserstteil (Gitterschnitt oder Abzug) ausführen; bei Nichtbestehen die Grenzschicht durch Anschliff wiederherstellen, poröse Zonen aussparen oder eine compatible Haftbrücke einsetzen.
7.3 Hochleistungsbeton, frischer und fertigteil-Beton
Über C45 verfeinert sich das Porensystem, die erreichbare Tiefe sinkt auf 2–3 mm; auszugleichen mit höherer Saugmenge oder viskositätsärmerem Produkt und längerer Trockenzeit. Frischer Beton braucht stabilisierte Hydration, Alkalität und Feuchte, sonst löscht das Porenwasser die Reaktion. Bei Fertigteilen ist Trennmittelrest ein häufiger verdeckter Ausfallgrund — vor der Behandlung die Benetzbarkeit prüfen.
7.4 Ausblühungen und Wasserflecken: die richtige Reihenfolge
Ausblühungen und Flecken entstehen, wenn Wasser Salze nach außen transportiert oder Dampf im Bauteil gefangen wird. Wer nur die Sichtseite behandelt und Rückseite sowie Fugen offen lässt, verlängert die innere Feuchte; Steinschutzmittel für die Unterseite sind in JC/T 973-2005 mit Haftverlust ≤5,0 % und ohne Wasserfleck im Dichtversuch klassifiziert, genau um den Dampfweg offenzuhalten. Reihenfolge: zuerst Wasser weg, dann Salz beherrschen, danach hydrophobieren — umgekehrt scheitert es meist.
8. Einsatzfelder und Auswahlogik
| Anwendung | Hauptangriff | Empfohlene Bauweise | Reine Hydrophobie genügt nicht, wenn |
|---|---|---|---|
| Meerwasser- und Brücken-Spritzwasserzone | Chlorid, Frost-Tau, Carbonatisierung | Silan-Imprägnierung 250–350 g/m² in zwei Gängen plus Rissinstandsetzung, abgeglichen mit JTS 153-2015 | — (ihre Paradedisziplin) |
| Fahrbahnen und Tausalz | Salzlösung, Abplatzen durch Bewehrungskorrosion | Hydrophobierung mit zuerst behandelten Fugen | Offene Übergangsfugen leiten Wasser direkt ein |
| Sichtbeton und historische Fassade | Regen, Schmutz, Wasserflecken | Niedrigviskoses Silan oder Siloxan, Aussehen und Diffusion erhalten | Filmbildner ändern Glanz und sperren Dampf |
| Polierter Naturstein, Schwellen, Verkleidung | Öl, Verfärbung, alkalische Ausblühung | Schutz im Sichtbereich als Wasser- oder Öltyp, Unterseite als Unterseitentyp | Nur die Sichtseite zu behandeln sperrt Wasser in die Platte |
| Keller ohne Außenabdichtung | Druckwasser | Kristallines oder polymermodifiziertes starres Dichtsystem | Umgekehrter Kapillardruck ist gegen Anstau zu schwach |
| Flächen für Folgenutzung | Nachfolgende Gewerke | Reihenfolge nach Haftungserstteil bestimmen; Hydrophobie auf beschichtungsfreie Zonen begrenzen | Niedrige Oberflächenenergie macht direkten Überbau riskant |
9. Quellen und weiterführend
- JT/T 991-2015, JTS 153-2015, JTS/T 236-2019, JC/T 2273-2014 und TB/T 3228-2010 zu Imprägnierwerkstoffen, Prüfung und Bemessung bei Brücken-, Meerwasser- und Bahn beton.
- JC/T 973-2005 zu Natursteinschutzmitteln (Klassen SJ/RJ, FS/FY, SM/DM; Trockenschrank 60 °C ± 2 °C; Alterungskammer mit 500 W Gerade-Quecksilberlampe) und GB/T 10299-2011 zum Hydrophobie-Prüfverfahren.
- Herstellerangaben zu Silan-Monomeren (Typ Isobutyltriethoxysilan) sowie öffentlich zugängliche Beschreibungen chinesischer Drittlabore zu Kennwerten der Silanimprägnierung.
- Verwandte Beiträge auf dieser Seite: Kontaktwinkel und Benetzung, hydrophobe Modifikation mit Nano-SiO₂, mechanische Dauerhaftigkeit superhydrophober Schichten, Nanoschutz von Gebäudefassaden, ölabweisende Steinschutzmittel, alkalibeständige Grundiersysteme für Beton.
10. Häufige Fragen
Ist eine Silanbehandlung dasselbe wie ein transparenter Fassadenschutz?
Nein. Transparentlack ist filmbildend: Er stoppt Wasser mit einer durchgehenden Polymerschicht, mindert die Dampfdiffusion und überbrückt feine Risse. Silan dringt ein, hinterlässt keinen sichtbaren Film, weist Wasser über die Porenwandchemie ab und lässt den Untergrund atmen.
Wie prüft man auf der Baustelle, ob die Arbeit sitzt?
Mit zwei Messungen: Eindringtiefe nach Färbemethode (≥3 mm) und Aufnahmereduktion gegen eine unbehandelte Referenz (≥90 %). Abperlendes Wasser ist kein Beleg — nicht reagiertes Material an der Oberfläche perlt ebenfalls und zeigt meist, dass das Poreninnere nie erreicht wurde.
Kann danach noch gestrichen oder geklebt werden?
Nur nach Nachweis. Ausgehärtete Porenwände haben niedrige Oberflächenenergie, was Benetzung von Wasserlack und Halt von zementären Klebern schwächt. Rund sieben Tage nach der Behandlung Gitterschnitt oder Abzug als Erstteil prüfen; bei Ausfall anschleifen, kompatible Haftbrücke einsetzen oder die Hydrophobierung dort auslassen.
Wässrig oder lösemittelhaltig — was ist besser?
Sie unterscheiden sich in Maßstab und Handhabung. Lösemittelhaltiges Silan-Monomer ist niedrigviskos, dringt tief, hat ≥98 % Feststoff, bringt aber Flammpunkt und Geruch mit. Wässrige Systeme sind Mikroemulsionen oder Oligomere: anwender- und umweltfreundlicher, bei Tiefe und Diffusionsfähigkeit leicht schwächer. JC/T 973-2005 begrenzt außerdem VOC wässrig auf 200 g/L, Benzol lösemittelhaltig auf 0,5 % und Toluol plus Xylol auf 10 %.
Warum wird bei Hochleistungsbeton eine geringere Tiefe gefordert?
Weil das Porensystem feiner und weniger verbunden ist und das Produkt physikalisch nicht so weit kommt. Die Staffelung 3–4 mm bis C45 und 2–3 mm darüber beschreibt Machbarkeit, nicht ein schlechteres Ergebnis — dichter Beton widersteht der Chloridaufnahme bereits aus sich heraus.
Ersetzt die Behandlung einen Korrosionsschutzanstrich?
Nein. Sie behandelt den Transport von Wasser, Chlorid und gelöstem CO₂ durch Poren. Hat die Bewehrungskorrosion schon Abplatzungen erzeugt, ist die Deckelung zu gering oder arbeiten Risse, stehen Instandsetzung und kathodischer Schutz vorn; freiliegender Stahl und Metallbau gehören zum Beschichtungssystem, nicht zur Imprägnierung.
Wie lange hält es, und wann erneuern?
Da die Modifikation im Untergrund liegt, gibt es keinen Film zum Abplatzen; sie verblasst, wenn Carbonatisierung, Abrieb oder neue Risse Wege öffnen. Die Erneuerung folgt aus gemessener Hydrophobie vor Ort, nicht aus einem Kalenderdatum. Die Fachliteratur nennt für organische Silikatschutzmittel mehr als zehn Jahre, abhängig von Exposition und Nachprüfung.
Stand: 2026-10-08 | Grundlagen und öffentliche Quellen: Eindringtiefe ≥3 mm, Reduktion der Wasseraufnahme ≥90 %, Reduktion der Chloridaufnahme ≥80 %, 21 Tage gesättigte Ca(OH)₂-Lösung, 50 Frost-Tau-Wechsel zwischen −15 °C und 20 °C, 300 h Salzsprühnebel mit 5 % NaCl aus öffentlich beschriebenen Prüfprogrammen chinesischer Prüfhäuser zu JTS 153-2015, JT/T 991-2015, JC/T 2273-2014, TB/T 3228-2010 und JTS/T 236-2019; Aufwände von 250–350 g/m² flüssig bzw. 350–450 g/m² Paste, 3–6 h Abstand, 24 h Regenschutz, rund 7 Tage Reaktion und die festigkeitsgestaffelten Tiefen 3–4 mm / 2–3 mm aus Hersteller-Prospekten; Klassifizierung des Steinschutzes nach JC/T 973-2005. Die Werte ändern sich mit Porenstruktur, Feuchte, Temperatur und Rezeptur — maßgeblich sind jeweils der gültige Normtext, das Leistungsverzeichnis und eine Messfläche auf der Baustelle. Autor: Technikteam der Kexin New Materials (Guangdong) Co., Ltd. Zusammenarbeit im Export ausschließlich nach EXW/FOB.