Bei Wintertemperaturen unter 5 °C verlangsamt sich die Aushärtung von Industrielacken drastisch und kann sogar zu Rissbildung und Sprödigkeit des Lackfilms führen. Als Fachhersteller erläutern wir Ihnen vier Kerntechniken für die Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen – von der Lösungsmittelauswahl bis zur Umgebungsvorwärmung –, damit Ihr Projekt auch im tiefen Winter qualitativ einwandfrei und termingerecht abgeschlossen wird.
Der Winter ist die herausforderndste Jahreszeit für die industrielle Beschichtung. Wenn die Temperatur unter 5 °C fällt, kommt die chemische Reaktion von 2K-Lacken (wie Epoxid- oder Polyurethanlacken) nahezu zum „Stillstand“; der Lackfilm trocknet nicht nur langsam, sondern neigt während des Trocknens auch leicht zu Rissen, die durch ungleichmäßige innere Spannungen entstehen.


Als Hersteller von Industrielacken haben wir für Sie 4 wichtige Hinweise für die Winterbauausführung zusammengestellt:
1. Wechseln Sie auf den Verdünner vom Typ „Winter“
- Prinzip: Ein in der Sommerzeit verwendeter langsamtrocknender Verdünner führt im Winter dazu, dass der Lackfilm über einen langen Zeitraum nicht trocknet.
- Gegenmaßnahme: Es muss ein verdünner für den wintergebrauch mit schnellerer verdunstungsrate verwendet werden. Er hilft dabei, dass das lösungsmittel auch bei niedrigen temperaturen eine stabile verdunstungsgeschwindigkeit beibehält und verhindert, dass der lackfilm durch lösungsmittelrückstände an der oberfläche weich wird.

2. Untergrund und Beschichtung vorwärmen
- Prinzip: Die kalte Metalloberfläche entzieht dem Lack schnell die Wärme, was zu einer verringerten Haftung führt.
- Maßnahme: Sofern die Bedingungen es zulassen, sollte das Substrat vor der Bauausführung vorgewärmt und auf über 10 ℃ gehalten werden. Lagern Sie zudem die Farbeimer in beheizten Innenräumen, um sicherzustellen, dass die Farbe beim Mischen eine gute Fließfähigkeit besitzt.
3. Strengme Kontrolle der „fingertrockenen“ Beschichtung und der Überstreichzeit
- Prinzip: Das Überstreichintervall im Winter beträgt oft das 2- bis 3-Fache desjenigen im Sommer.
- Gegenmaßnahme: Es ist strengstens verboten, zum Erreichen des Zeitplans blindlings eine weitere Schicht aufzutragen. Es muss sichergestellt werden, dass der erste Anstrich den vollständigen Zustand des „trocken angetrockneten“ (finger-trockenen) Lackes erreicht hat, andernfalls kommt es sehr leicht zu einem Anlösen des Untergrundes oder zu späteren großflächigen Rissen in der Lackschicht.
4. Erzwungene Trocknung und Umgebungsentfeuchtung
- Prinzip: Im Winter ist der Norden trocken und der Süden kalt und feucht; eine hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die negativen Auswirkungen der niedrigen Temperaturen.
- Gegenmaßnahme: Es wird empfohlen, Infrarotlampen oder Heißluftgebläse zur unterstützenden Trocknung einzusetzen. Beachten Sie jedoch: Die Erwärmung muss allmählich erfolgen, niemals direkt mit hoher Temperatur auf den nassen Lackfilm einwirken, da ansonsten eine starke Schrumpfung der Lackoberfläche zu schweren Rissen führt.
Fazit: Winterbau ist kein „Sperrgebiet“, sondern eine „Präzisionszone“. Solange die passenden Begleitprodukte ausgewählt und die Aushärtungsgesetze bei niedrigen Temperaturen beachtet werden, lassen sich selbst im tiefsten Winter hochwertige industrielle Schutzbeschichtungen erstellen.