In Bereichen wie industrieller Beschichtung, Bautenfarben und Möbelbeschichtung ist die Schichtdicke des Lackfilms einer der entscheidenden Parameter für das Endergebnis. Wird die Farbe zu dick aufgespritzt, beeinträchtigt dies nicht nur Glanz und Ebeneheit, sondern führt auch zu einer Reihe von Problemen wie Läufern, ungleichmäßiger Trocknung, verminderter Haftung, Orangenhaut und Rissen. Um Produktqualität und Oberflächenästhetik sicherzustellen, ist es von entscheidender Bedeutung, zu dicke Lackfilme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Folgenden wird das Problem anhand von vier Aspekten – Ursachen, Schäden, Korrekturmaßnahmen und Präventionsmethoden – umfassend analysiert.






I. Hauptursachen für zu dicke Lackierung
1. Falsche Luftdruckeinstellung der Spritzpistole
Zu niedriger Luftdruck der Spritzpistole führt zu unzureichender Zerstäubung, wodurch der Lack sich lokal konzentriert ablagert und eine zu dicke Lackschicht bildet. Umgekehrt bewirkt ein instabiler Druck ebenfalls ein schwankendes Spritzbild, was leicht zu lokaler Akkumulation führt.
2. Unsachgemäße Technik
Häufige Bedienfehler umfassen:
- zu geringer Spritzabstand
- zu langsame Spritzgeschwindigkeit
- zu hohe Überlappungsrate
- An Kanten und Ecken wiederholt nachbesprühen
Dies alles führt zu Farbauftragung bzw. Lackanhäufung.
3. Farbviskosität zu hoch
Bei zu hoher Viskosität werden die Zerstäubungspartikel größer und lagern sich leichter an der Oberfläche ab, wodurch eine dicke Schicht entsteht.
4. Zu viele Schichten auf einmal sprühen
Um schnelle Deckung oder hohen Glanz zu erreichen, sprühen manche Bediener mehrere Schichten auf einmal auf, ohne ausreichend Abluftzeit zu gewähren, wodurch der untere Lackfilm überlagert wird, bevor er ausgelöst ist, was letztlich zu einer insgesamt zu hohen Schichtdicke führt.
5. Einfluss von Umgebungsfeuchtigkeit und Temperatur
Hohe Luftfeuchtigkeit oder niedrige Temperaturen verringern die Verdunstungsleistung des Lösemittels, wodurch die Beschichtungsoberfläche langsamer trocknet, was leicht zu einem Einfallen des Films und zur lokalen Bildung von Dicklack führen kann.
II. Gefahren durch zu dicke Lackierung
1. Läufer und Absacken
Zu dicke Beschichtungen neigen unter der Einwirkung der Schwerkraft zu Läufern und weisen eine unebene Oberfläche auf, was das Erscheinungsbild beeinträchtigt.
2. Verlängerte Trocknungszeit
Das Lösungsmittel kann nicht reibungslos verdunsten, wodurch die Trocknungszeit verlängert und der Produktionszyklus ausgedehnt wird.
3. Rissbildung und Glanzverlust
Bei dicken Lackschichten trocknen die inneren und äußeren Schichten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, was leicht dazu führt, dass die innere Schicht die äußere Schicht zieht und Risse entstehen, während zudem die Oberflächenstruktur beeinträchtigt wird.
4. Verringerung der Haftung
Unvollständige Trocknung oder zu hohe Filmbildungsspannungen können die Haftfestigkeit des Lackes auf dem Untergrund beeinträchtigen.
5. Verringerung der Haltbarkeit
Eine zu dicke Beschichtung beeinträchtigt nicht nur die Ästhetik, sondern verringert auch die Abriebfestigkeit, Wetterbeständigkeit und Langzeitstabilität.
III. Abhilfemaßnahmen bei zu dick aufgetragenem Lack

1. Lokale Überstärke: Kann durch Polieren oder leichtes Abschleifen korrigiert werden
Bei örtlicher Überschichtung ohne Ablaufen kann Folgendes verwendet werden:
- Feinschleifpapier (800–1500 Körnung)
- Polierpaste
- Schwammschleifpapier
Leicht bis zur Ebene glattschleifen und anschließend je nach Bedarf eine dünne Schicht nachspritzen.
2. Läuferbildung: Mit Abstreifmesser oder Schleifen reparieren
Nachdem die Beschichtung vollständig durchgetrocknet ist, die aufgewölbten Stellen vorsichtig mit einem speziellen Spachtel abkratzen, dann mit Schleifpapier glattschleifen und schließlich neu beschichten.
3. Insgesamt zu dick: Empfehlung, komplett abschleifen und neu lackieren
Wenn der gesamte Beschichtungsfilm deutlich zu dick ist oder Rissbildungsgefahr besteht, muss die Oberfläche erneut auf eine geeignete Rauheit (in der Regel 320–600#) geschliffen und anschließend ein normgerechter Überlackierungsprozess durchgeführt werden.
4. Nach Reduzierung der Lackviskosität dünn aufspritzen
Passen Sie das Verdünnungsverhältnis erneut an, um die Spritzapplikation in der Schichtdicke besser kontrollieren zu können, und bauen Sie die gewünschte Schichtstärke durch mehrmaliges dünnes Spritzen schichtweise auf.
IV. Wie lässt sich ein zu dicker Lackauftrag beim Spritzen vermeiden? (Wichtiger Hinweis)
1. Sprühpistolenparameter korrekt einstellen
- Druck: gemäß den Empfehlungswerten des Beschichtungssystems und der Ausrüstung anpassen
- Spritzbreite: gleichmäßig halten
- Düsenmundstück-Spezifikation: Vermeiden Sie zu große Abmessungen, die zu einem übermäßigen Farbaustrag führen.
2. Normierte Spritztechnik
- Spritzdistanz: 15–25 cm
- Bewegungsgeschwindigkeit: stabil und gleichmäßig
- Überlappungsrate: ca. 50 %
- Es wird ein mehrmaliges dünnes Spritzen gefordert, statt „auf einmal dick auftragen“.
3. Steuerung der Lackviskosität
Durch Verdünner und Viskositätsbecher (z. B. Ford-Becher) innerhalb des Normbereichs einstellen.
4. Ausreichend Zeit zum Abtrocknen lassen
Zwischen den einzelnen Anstrichen sollte das Lösemittel ausreichend verdunsten, in der Regel 5–15 Minuten, abhängig vom Lack-/Beschichtungssystem.
5. Optimierung der Spritzwumgebung
- Temperatur: 20–30 °C
- Feuchtigkeit: relative Luftfeuchtigkeit < 75 %
- Belüftung: Eine angemessene Luftzirkulation aufrechterhalten, jedoch keine zu hohe Windgeschwindigkeit.
Eine gute Umgebung kann die Wahrscheinlichkeit von Beschichtungsfehlern deutlich verringern.