Autolack sofort nach dem Sprühen mit Problemen? Blasen, Tränenläufe und Läufer können alle durch die Handhabung verursacht sein!
Das Autolackieren ist ein hochtechnisches Verfahren, das äußerst sensibel auf Details reagiert. Viele Anfänger und sogar einige Reparaturlackierer haben oft ein Missverständnis – „je dicker der Lack, desto besser das Ergebnis“. In der Realität ist genau diese Auffassung jedoch die Ursache für verschiedene Spritzprobleme. Blasen, Nadelstiche, Tränen, Läufer, sprödes Aufreißen der Lackschicht … viele dieser Erscheinungen resultieren nicht aus minderwertiger Lackqualität, sondern aus unsachgemäßer Spritztechnik.
Dieser Artikel analysiert die wahren Ursachen hinter häufigen Problemen bei Autolacken und stellt die korrekte Vorgehensweise beim professionellen Spritzen vor, um zu verhindern, dass sich das Lackdesaster wiederholt.
I. Warum führen zu dicke Lackierschichten eher zu mehr Problemen?
1. Blasenbildung, Kraterstellen: Der Lackfilm kann nicht „atmen“, wodurch Lösemittel eingeschlossen werden
Das Lackmaterial muss während der Aushärtung „atmen“, also Lösemittel verdunsten. Wird zu dick auf einmal aufgespritzt, bildet die Lackoberfläche zu schnell eine Haut; sie scheint zwar schnell zu trocknen, doch im Inneren bleiben große Mengen an Lösemittel eingeschlossen.
Wenn das Lösungsmittel zu schnell verdunstet, entsteht ein Druck, der kleine Blasen aus dem Lackfilm herausdrückt; oder es bilden sich nach dem Platzen nadellochartige kleine Löcher.
Das ist das Übliche:
- Oberflächenblasen
- fein verteilte Mikroöffnungen
- Bei leichtem Druck ist noch ein weiches Nachgeben spürbar.
Dies sind alles typische Symptome, die durch das dicke Aufspritzen verursacht werden.


2. Tränen, Runsen: Farbe „wird von der Schwerkraft nach unten gezogen“
Je dicker der Lack ist, desto schwieriger lässt er sich fest auf der Fahrzeugoberfläche halten.
Vor dem Trocknen hat der Verdickungsanstrich selbst eine starke Fließfähigkeit; die Schwerkraft zieht ihn ständig nach unten, wodurch die Farbe wie „schmelzendes Eiscreme“ herunterläuft und schließlich Tränenbildungen entstehen. Fachlich wird dies als „Laufen“ (Sagging) bezeichnet.
Läuferbildung beeinträchtigt nicht nur die Ästhetik, sondern führt zudem zu ungleichmäßigen lokalen Schichtdicken des Lackfilms und einer deutlich verringerten Haltbarkeit.


3. Schlechte Haftung: Der innere Druck der dicken Farbschicht ist hoch, sodass sie mit der Zeit als ganzes Stück abfällt
Viele glauben, dicke Farbschichten seien fester, doch das Gegenteil ist der Fall.
Zu dicke Lackschichten erzeugen im Inneren enorme Spannungen; es ist wie bei einem dicken, ungegangenen Fladen – äußerlich wirkt er intakt, doch innen ist er locker und instabil. Schon bei leichter Stoßeinwirkung, Erwärmung oder Erschütterung kann die gesamte Schicht abplatzen.

Zudem lässt sich der Untergrund aus Dickanstrich nur schwer vollständig trocknen, was nach einiger Zeit zu Folgendem führt:
- Versprödung der Lackoberfläche
- Rissbildung
- örtliche Abplatzung
All diese Probleme rühren daher: zu dick aufgetragen, ungleichmäßig getrocknet, instabile Struktur.

II. Richtige Spritztechnik: dünn sprühen, mehrschichtig, halbtrocken erneut darübersprühen

Professionelles Lackspritzen gewinnt nie durch „Dicke“, sondern durch schichtweise aufgetragene, gleichmäßige dünne Filme, die die optimale Beschichtungsstruktur bilden.
Die korrekten Schritte sind wie folgt:
- Tragen Sie beim Sprühen jedes Mal nur eine dünne Nebelschicht auf
Lassen Sie den Lacknebel gleichmäßig haften, um eine stabile Basisschicht zu bilden. - Warten Sie auf den halbtrockenen Zustand, bevor Sie die zweite Schicht sprühen
Halbtrocken bedeutet, dass die Oberfläche nicht mehr klebrig ist, aber noch nicht vollständig ausgehärtet, was das Verschmelzen der nächsten Schicht erleichtert. - Je nach Verfahren werden 2–4 Schichten aufgesprüht
Jede Schicht kann ausreichend atmen und gleichmäßig trocknen, wodurch schließlich ein glatter, glänzender Lackfilm entsteht.
So aufgesprühte Lackierung:
- blasenfrei
- keine Tränenspuren
- nicht ablösbar
- hoher Glanz
- satt und gleichmäßig in der Farbe
Dies ist das Kernprinzip, das alle professionellen Lackierer gemeinsam befolgen:
„Dicke Schichten führen leicht zu Problemen, dünnes Sprühen ist perfekter.“
III. Eine gute Lackoberfläche entsteht durch gute Technik, nicht durch viel Spritzen auf einmal
Das Autolackieren ist eine präzise Arbeit, jeder Spritzgang beeinflusst das Endergebnis. Wer zu schnell will, erreicht das Ziel nicht – je hastiger man vorgeht, desto leichter misslingt es. Bleib dran:
- dünnfilmige Spritzapplikation
- Schichtauftrag
- angemessene Ablaufzeit
- Gute Beleuchtungsprüfung
Sie werden feststellen, dass die Lackoberfläche nicht nur spiegelglatt glänzt, sondern auch langlebiger und widerstandsfähiger ist.