Salznebelbeständigkeitstest für Korrosionsschutzfarbe: DIN EN ISO 9227 und GB/T 1771

2026-07-28 · Einstufung: Technical Knowledge

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Innenansicht einer neutralen Salzsprühnebelkammer, in der Metallproben zur Salzsprühnebelprüfung der Korrosionsschutzbeschichtung hängen

Beim Einkauf, der Abnahme und der technischen Kommunikation von Korrosionsschutzbeschichtungen sind ”beständig gegen Salzsprühnebel 500 Stunden” und ”1000 Stunden ohne Blasen” die am häufigsten genannten Aussagen, doch relativ wenige Menschen können wirklich klar erklären, ”wie diese 500 Stunden gemessen werden, worauf die Beurteilung basiert und wie man die Worte im Bericht liest”. Der Grund, warum Salzsprühnebelbeständigkeit ein Kernindikator für Korrosionsschutzbeschichtungen ist, liegt darin, dass sie durch beschleunigte Korrosion die langfristige Schutzfähigkeit der Beschichtung in salz- und feuchtreichen Umgebungen wie Meer, Chemiefabriken und Küstenbrücken in einen quantifizierbaren und vergleichbaren Bereich komprimiert. Dieser Artikel konzentriert sich auf drei Hauptstandards – DIN EN ISO 9227, GB/T 1771-2007, ASTM B117 –, analysiert Prüfverfahren, Probenpräparation und Bewertungslogik und verwendet echte Produktdaten aus Forschungsarchiven als Referenz, um zu erklären, was 500h/1000h tatsächlich bedeuten, und gibt am Ende eine praktische Methode zum Lesen von Prüfberichten Dritter.

Kexin New Materials (kexinMaterials) verwendet bei der technischen Unterstützung von Korrosionsschutzbeschichtungen und industriellen Schutzsystemen routinemäßig Salzsprühnebeldaten als eine der Basiswerte für die Vergleichbarkeit von Lösungen; der Abschnitt ”Wie man Berichte liest” in diesem Artikel dient ebenfalls direkt den Abnahmeanforderungen der Bauausführenden. Wenn Sie gerade Beschichtungen für Küsten- oder Chemiebetriebsbedingungen auswählen, können Sie die Überlegungen zur Auswahl wasserverdünnbarer Industriebeschichtungen mit einbeziehen, um Salznebelstufe und Systemzubehör gemeinsam zu berücksichtigen.

Techniker bereitet vor einer Salzsprühnebelkammer standardmäßige Korrosionsschutzbeschichtungsproben vor und hängt diese auf, notiert Nummern

Eins: Warum Salzsprühnebelbeständigkeit der ”Kernindikator” für Korrosionsschutzbeschichtungen ist

Die erste Aufgabe von Korrosionsschutzbeschichtungen ist es, ”die Rostbildung von Stahl zu verzögern”. Doch die Verifizierungszyklen der realen Korrosionsumgebung (Meeresatmosphäre, Auftausalze, chemische Feuchtigkeit) bemessen sich in Jahren, es ist unmöglich, drei Jahre vor Ort zu warten, um die Qualität zu beurteilen. Der neutrale Salzsprühnebeltest ist daher das branchenweit anerkannte Mittel zur beschleunigten Korrelation: In einer kontrollierten Salznebelumgebung wird kontinuierlich gesprüht, und das Auftreten von Blasen, Rost und Abplatzen der Beschichtung sowie deren Zeitpunkt und Ausmaß werden beobachtet, um die Schutzlebensdauer verschiedener Formulierungen relativ zu ordnen.

Laut dem Abschnitt ”Allgemeine Prüfstandards” des Forschungsarchivs lauten die allgemeinen Anforderungen an den neutralen Salzsprühnebel: üblicherweise 500h ohne Blasen, einseitiger Rost ≤1–2mm; schwere Korrosionsschutzbeschichtungen erreichen 1000–3000h (Standards umfassen GB/T 1771-2007, ASTM B117, DIN EN ISO 9227). Diese Basis ist die Voraussetzung zum Verständnis aller Daten in diesem Artikel – ”500h” ist kein Einzelfall eines Produkts, sondern die Einstiegshürde der Branche für allgemeine Korrosionsschutzbeschichtungen.

Der Wert der Salzsprühnebelbeständigkeit liegt nicht darin, ”absolut gleichbedeutend mit einigen Jahren vor Ort” zu sein, sondern in drei Dingen:

  1. Quervergleichbar: Unter demselben Standard und denselben Präparationsbedingungen hält A 200h länger als B, was bedeutet, dass Abschirmung/Passivierung/Kathodenschutz von A besser sind;
  2. Qualitätskontrolle: Ob die Serienlieferung stabil ist, kann durch Stichproben im Salzsprühnebel überprüft werden;
  3. Stufenabgleich: Stundenzahlen mit den ISO 12944-Korrosionsstufen (C2–CX) korrelieren, um die Systemauslegung zu stützen.

Zwei: Quervergleich der drei großen Standards: DIN EN ISO 9227, GB/T 1771, ASTM B117

Diese drei sind die am häufigsten gemeinsam zitierten neutralen Salzsprühnebelstandards. Sie sind im Wesen gleichursprünglich (alle stammen aus der neutralen Salznebelmethode NSS), weisen jedoch geringfügige Unterschiede in Zugehörigkeit, Anwendungsbereich und Formulierung auf. Die folgende Standardvergleichstabelle verdeutlicht dies:

Vergleichsdimension DIN EN ISO 9227 GB/T 1771-2007 ASTM B117
Standardattribut Von Deutschland übernommener ISO-Internationalstandard (DIN/Europäisches Normensystem) Chinesischer Nationalstandard (äquivalent zum ISO 7253-System) Standard der US-amerikanischen Materialprüfungsgesellschaft
Prüftyp hauptsächlich neutraler Salznebel (NSS), enthält auch CASS/AASS neutraler Salznebel (NSS) neutraler Salznebel (NSS)
Salzkonzentration ca. 5% NaCl (Massenanteil) ca. 5% NaCl ca. 5% NaCl
Prüftemperatur (35±2)℃ (35±2)℃ (35±1,1)℃
pH-Kontrolle 6,5–7,2 (Sammelflüssigkeit) 6,5–7,2 6,5–7,2
Absinkmengenanforderung 1–2 mL/(80cm²·h) 1–2 mL/(80cm²·h) 1–2 mL/(80cm²·h)
Typische Beurteilung keine Blasen, einseitiger Rost ≤1–2mm keine Blasen, einseitiger Rost ≤1–2mm keine Blasen, einseitiger Rost ≤1–2mm
Branchenkontext häufig bei europäischen/deutschen Produkten (z. B. ROSTIO, Würth zitieren) häufig bei chinesischen obligatorischen/empfohlenen Prüfungen häufig bei nordamerikanischen und Exportprodukten

Zu beachten: Die Angaben ”ca. 5%”, ”Temperatur”, ”pH”, ”Absinkmenge” in der Tabelle sind der allgemeine Parameterrahmen der neutralen Salznebelmethode; die genauen Grenzwerte richten sich nach dem jeweils gültigen Standardtext. Die Kernunterschiede der drei liegen eher in ”Zugehörigkeitssystem und Nummerierung” als in der Prüfstrenge – Ergebnisse derselben Beschichtung unter den drei Standards sind hochgradig vergleichbar, weshalb sie gemeinsam zitiert werden können.

Nahaufnahme der Probe nach Salznebelprüfung, Oberfläche zeigt unterschiedlich starke Blasenbildung und einseitige Rostausbreitung zur Bewertung

Drei: Probenpräparation: Ob die Daten glaubwürdig sind, hängt zu 70% von der Plattenherstellung ab

Die Reproduzierbarkeit der Salznebelergebnisse hängt extrem von der Probenpräparation ab. Bei derselben Farbe kann eine nicht normgerechte Plattenherstellung die Ergebnisse um ein Mehrfaches variieren lassen. Die im Forschungsarchiv im Abschnitt ”Epoxid-Polyurethan-Decklack (Zusammenfassung inländischer Produktparameter)” genannten Umgebungsanforderungen lassen sich direkt auf die Plattenherstellung übertragen: Temperatur 5–35℃, relative Luftfeuchte ≤80%, Untergrundtemperatur mindestens 3℃ über Taupunkt; bei der Oberflächenvorbehandlung erfordert Alkyd-Korrosionsschutzfarbe Strahlreinigung Sa2,5, Rauheit 30–75µm (laut GB/T 25251-2010-Reihe, Forschungsarchiv). Der standardmäßige Plattenherstellungsprozess ist wie folgt:

3.1 Untergrund und Oberflächenvorbehandlung

  • Verwendung von Weißblech- oder kaltgewalzten Stahlplatten in vorgeschriebenen Abmessungen (üblich 70×150mm oder Standardprüfplatten);
  • Kohlenstoffstahlprüfplatten gemäß ISO 8501-1 strahlreinigen bis Sa 2½, Rauheit in einem bestimmten Bereich halten (bei Korrosionsschutzbeschichtungen oft Referenz 30–75µm);
  • Die Oberfläche sollte gleichmäßig, ölfrei und ohne Walzzunderrückstände sein – dies ist die Basis für Datenvergleichbarkeit.

3.2 Beschichtung und Schichtdicke

  • Auftrag gemäß der vom Produkt vorgegebenen DFT (Trockenfilmdicke), üblich durch Spritzen für Gleichmäßigkeit;
  • Die Schichtdicke muss den Sollwert erreichen – unzureichende Schichtdicke ”drückt” die Salzsprühnebelzeit systematisch nach unten und führt zu Fehlurteilen;
  • Kantenversiegelung: Rückseite und Schnittkanten der Prüfplatten werden üblich mit Wachs, Klebeband oder Spezialversiegelung abgedeckt, sodass nur die vorgeschriebene Fläche der Beschichtungsoberfläche freiliegt, um Randeffekte zu vermeiden, die das Ergebnis dominieren.

3.3 Aushärtung und Pflege

  • Nach dem Beschichten gemäß Produktvorgabe bei Standardtemperatur und -feuchte vollständig aushärten lassen (oft 7 Tage bis zur Stabilisierung der Eigenschaften);
  • Bei unzureichender Pflege in die Kammer geben führt unvollständige Vernetzung zu falschen Punktabzügen.

Kurz gesagt: Salznebeldaten sind das gemeinsame Ergebnis von ”Beschichtung + Plattenherstellungsverfahren”. Beim Vergleich verschiedener Produkte muss sichergestellt werden, dass die Plattenherstellungsbedingungen identisch sind, sonst ist der Vergleich sinnlos.

Vier: Prüfablauf und Bewertung: Von der ”Stundenzahl” zur ”Stufe”

Nach dem Einlegen der Proben läuft die Prüfung bei (35±2)℃, kontinuierlichem Sprühen von 5% NaCl, und die Bewertung erfolgt nach eingestellter Dauer (z. B. 240h, 500h, 1000h). Die Bewertung umfasst üblicherweise zwei Arten:

4.1 Blasengrad

Bewertung nach Blasendichte und -größe (Referenz ISO 4628-Reihe oder Bewertungsbilder der jeweiligen Standards), Aufzeichnung von ”keine Blasen / feine Blasen / mittlere Blasen / dichte Blasen” und Verteilung. ”500h ohne Blasen” bedeutet, dass nach 500h auf der Beschichtungsoberfläche keine sichtbaren Blasen auftreten.

4.2 Rost und einseitige (edge creep) Ausbreitung

  • Aufzeichnung von Rostpunktzahl, -größe und -verteilung;
  • Einseitiger Rost (Kantenkriechen) ist ein wichtiges Kriterium: Ausgehend von Kratzern oder Schnittkanten wird die Breite der Rostausbreitung in die Beschichtung gemessen, die allgemeine Grenze ist ≤1–2mm (laut Abschnitt Allgemeine Standards des Forschungsarchivs).
  • Die Korrosionsbreite an der Linie (scribed) reagiert oft empfindlicher als die unverletzte Zone und ist die Schlüsselstelle zur Beurteilung der Grundierungsschutzwirkung.

Die Gesamtbeurteilung wird oft formuliert als: ”Nach 500h, Probe ohne Blasen, ohne Rostpunkte, einseitiger Rost an der Linie ≤1mm, Bewertung bestanden”. Diese Formulierung enthält viel mehr Information als das bloße ”Salzsprühnebelbeständigkeit 500h”.

V. Was bedeuten 500h / 1000h eigentlich: am Beispiel realer Archivdaten

Um abstrakte Standards auf konkrete Produkte herunterzubrechen, liefert das Forschungsarchiv einige verlässliche Referenzen, die uns helfen, eine anschauliche Entsprechung von ”Stundenzahl – Klasse” herzustellen:

5.1 Würth Rust Stop (Würth Roststopp-Grundierung, alkydharzbasiert)

Laut Forschungsarchiv: Würth Rust Stop ist eine alkydharzbasierte Roststopp-Grundierung, Salzsprühnebel ca. 500h (DIN EN ISO 9227), erfüllt ISO 12944 Korrosionsgrad C3 ″hoch”; Trocknung ca. 16h, Deckkraft ca. 8 m²/Dose (750ml), Mindestauftragsmenge 90 ml/m², Temperaturbeständigkeit -30–80℃ (kurzzeitig 120℃). Dies zeigt: Eine herkömmliche alkydharzbasierte Roststopp-Grundierung erreicht unter europäischem Salzsprühstandard ca. 500h, die entsprechende Schutzpositionierung ist C3 ″hoch” – also eine mittelhohe industrielle/städtische Umgebung, nicht schwere Marinekorrosion.

5.2 ROSTIO Rostschutzgrundierung (deutsches Alkydsystem)

Laut Forschungsarchiv: ROSTIO ist eine alkydharzbasierte Rostschutzgrundierung, Salzsprühnebel entspricht DIN EN ISO 9227; Deckkraft (60µm) ca. 8 m²/kg, Überstreichen ca. 2h, völlig trocken ca. 24h. Sie gehört wie Würth zur Linie ”alkydharzbasiert + deutsches Salzsprühstandard” und bestätigt, dass die Salzsprühleistung dieser wirtschaftlichen Rostschutzgrundierungen im Bereich von 500h und nahe C3 verankert ist.

5.3 Allgemeine Basis und Obergrenze des Schwerkorrosionsschutzes

Laut allgemeinem Standard im Forschungsarchiv: Neutraler Salzsprühnebel normalerweise 500h keine Blasen, einseitige Rostbildung ≤1–2mm; Schwerkorrosionsschutz erreicht 1000–3000h. Diese Basis spannt das gesamte Spektrum auf – vom Einstieg mit 500h bei herkömmlichen Rostschutzfarben bis zu vollständigen Schwerkorrosionsschutzsystemen aus Zinkreich + Zwischenbeschichtung + Decklack, die 1000h oder sogar 3000h erreichen. Beispielsweise erreicht im Forschungsarchiv Jotun Barrier 80 UHS, eine hochfestkörperreiche epoxidharzbasierte zinkreiche Grundierung, in ISO 12944-6 Test C5 die Dauerhaftigkeitsklasse ”sehr hoch (VH)” und ist damit ein Vertreter der Salzsprühgrößenordnung für Schwerkorrosionsschutz.

Daraus ergibt sich folgende praktische Übersicht:

Korrosionsschutz-Positionierung Typische Salzsprühbeständigkeit (neutral) Entsprechender Korrosionsgrad/System
Herkömmliche alkydharzige Roststopp-Grundierung ca. 500h ISO 12944 C3 ″hoch” (z. B. Würth, ROSTIO, laut Archiv)
Allgemeine Schwelle für Industrie-Schutzbeschichtung 500h keine Blasen, einseitig ≤1–2mm Allgemeiner Standard (GB/T 1771/ASTM B117/ISO 9227, laut Archiv)
Vollständiges Schwerkorrosionsschutzsystem 1000–3000h C5 und höher, zinkreich + Zwischenbeschichtung + Decklack (z. B. Barrier 80 Klasse, laut Archiv)

Kexin New Materials (kexinMaterials) stimmt beim Matching von Rostschutzlösungen für Kunden zunächst den ”benötigten Salzsprühstundenzahl” nach ISO 12944 Korrosionsgrad ab und leitet daraus ab, ob eine rostige Untergrund-Reparaturgrundierung, alkydharzige Rostschutzgrundierung oder ein vollständiges System aus zinkreich + Zwischenbeschichtung + Decklack verwendet werden sollte – um typische Fehlzuordnungen wie ”500h-Produkt für C5-Marineumgebung einsetzen” zu vermeiden.

Nahaufnahme einer Seite eines Prüfberichts eines Drittlabors, Salzsprühtestergebnisse und Bewertungsdatentabelle sind hervorgehoben

VI. Wie man Prüfberichte von Drittlaboratorien liest: Schauen Sie nicht nur auf die drei Worte ”500h”

Beim Erhalt eines Dritt-Salzsprühberichts für eine Rostschutzfarbe sollten tatsächlich folgende Felder geprüft werden, anstatt nur zu bestätigen, ob das Fazit ”bestanden” lautet:

6.1 Standard und Methode prüfen

  • Welcher der Standards DIN EN ISO 9227 / GB/T 1771-2007 / ASTM B117 ist im Bericht angegeben? Unterschiedliche Zuordnungen beeinflussen die grenzüberschreitende Anerkennung;
  • Ist ”Neutraler Salzsprühnebel (NSS)” angegeben? CASS/AASS sind strenger, nicht verwechseln.

6.2 Beschichtungsbedingungen prüfen

  • Substrat, Oberflächenvorbereitung (ob Sa 2½), Trockenfilmdicke DFT angegeben und erfüllt;
  • Kantenversiegelung, Aushärtezeit normgerecht. Berichte mit unzureichender Filmdicke sind im Fazit mit Vorbehalt zu betrachten.

6.3 Bewertungskriterien prüfen

  • Prüfdauer (z. B. 500h/1000h);
  • Blasengrad (vorhanden, Dichte);
  • Einseitige Rostbreite (mm), ob ≤1–2mm;
  • Korrosionsausbreitung an der Ritze;
  • Welche Bildnorm für die Bewertung verwendet wird (z. B. ISO 4628).

6.4 Übereinstimmung von Fazit und Probe prüfen

  • Probenmodell, Charge im Bericht identisch mit der Beschaffung;
  • ”Eingesandte Probe” oder ”Stichprobe/Typprüfung”;
  • Qualifikation der Stelle (CNAS/CMA etc.) innerhalb der Gültigkeit.

Eine Erfahrung: Berichte, die nur ”Salzsprühbeständig 500h” ohne Beschichtungsparameter und einseitige Rostdaten angeben, liefern sehr begrenzte Informationen; ein vollständiger Bericht sollte es jedem ermöglichen, die Bedingungen zu reproduzieren.

VII. Häufige Fehlinterpretationen von Salzsprühdaten

Fehlinterpretation 1: 500h entspricht 5 Jahren vor Ort. Falsch. Salzsprühnebel ist ein beschleunigtes Korrelationsmittel, keine lineare Umrechnung der Lebensdauer vor Ort, nur für relativen Vergleich nutzbar.

Fehlinterpretation 2: Ergebnisse dreier Standards sind nicht vergleichbar. Falsch. NSS-Methode gleichen Ursprungs, dasselbe Beschichtungssystem zeigt unter DIN EN ISO 9227, GB/T 1771, ASTM B117 hochgradig vergleichbare Ergebnisse, Unterschiede liegen hauptsächlich in der Standardzuordnung.

Fehlinterpretation 3: Filmdicke beliebig, beeinflusst Salzsprüh nicht. Falsch. Unzureichende Filmdicke senkt systematisch die Stundenzahl, Produktvergleich muss bei gleicher Filmdicke erfolgen.

Fehlinterpretation 4: Keine Blasen erwähnt bedeutet perfekt. Falsch. Es müssen gleichzeitig einseitige Rostbreite und Ritzenausbreitung betrachtet werden, ein Einzelindikator repräsentiert nicht das Ganze.

Fehlinterpretation 5: 1000h ist garantiert besser als 500h-Produkt. Nicht unbedingt. Bei unterschiedlichen Beschichtungsbedingungen, Filmdicken, Systemen ist der direkte Stundenzahlvergleich sinnlos; Vergleich nur bei ”gleichem System, gleicher Beschichtung”.

VIII. Salzsprühindikatoren in den Auswahlrahmen einordnen

Die Salzsprühstundenzahl ist keine isolierte Zahl, sie gewinnt erst im Rahmen ”Korrosionsgrad – Systemaufbau – Abnahme” an Bedeutung. Die Zusammenfassung des Forschungsarchivs für Industrie-Schutzbeschichtung lautet: Nach ISO 12944-2018 C2–CX den Systemaufbau planen, Stahlstrahlen Sa 2½, Grund + Zwischen + Deck System (laut allgemeinem Standard im Forschungsarchiv). Projektseiten können mit Auswahl wasserverdünnbarer Industriebeschichtung das Oberflächensystem festlegen und mit Vergleich Haftung wasserverdünnbare Farbe vs. Ölfarbe das Verständnis des Einflusses der Schichtverbindung auf Salzsprühleistung vertiefen; soll die Salzsprühabnahme in die gesamte Wasser/Öl-Entscheidung einbezogen werden, hilft auch die Vergleichslogik unter Auswahl wasserverdünnbare Farbe vs. Ölfarbe.

Häufige Fragen

1. Welches sind die drei Standards für Salzsprühtest?

Die gängigsten sind DIN EN ISO 9227 (europ./dt. System), GB/T 1771-2007 (chinesischer Nationalstandard), ASTM B117 (USA). Alle basieren auf Neutralem Salzsprühnebel (NSS), Parameter gleichen Ursprungs, Ergebnisse hochgradig vergleichbar.

2. Was sind die allgemeinen Bedingungen für Neutralen Salzsprühnebel?

Ca. 5% NaCl-Lösung, Prüftemperatur ca. (35±2)℃, Sammelflüssigkeit pH 6.5–7.2, Ablagerungsmenge 1–2 mL/(80cm²·h). Maßgeblich ist der jeweils gültige Standardtext.

3. Was bedeutet 500h keine Blasen, einseitige Rostbildung ≤1–2mm?

Dies ist die vom Forschungsarchiv zusammengefasste allgemeine Bestehensbasis für Neutralen Salzsprühnebel: Nach 500h keine sichtbaren Blasen auf der Beschichtungsoberfläche und Rostausbreitung von Ritze/Kante aus nach innen maximal 1–2mm.

4. Wie viele Stunden Salzsprüh hält eine alkydharzige Roststopp-Grundierung normalerweise aus?

Laut Forschungsarchiv: Würth Rust Stop (alkydharzig) Salzsprüh ca. 500h (DIN EN ISO 9227), entspricht ISO 12944 C3 ″hoch”; ROSTIO (alkydharzig) Salzsprüh entspricht DIN EN ISO 9227. Herkömmliche alkydharzige Roststopp-Produkte verankern im Bereich 500h, nahe C3.

5. Wie viele Stunden Salzsprüh bei Schwerkorrosionsschutz?

Forschungsarchiv nennt Schwerkorrosionsschutz 1000–3000h, entsprechend C5 und höher, vollständiges System zinkreich + Zwischenbeschichtung + Decklack (z. B. Jotun Barrier 80 Klasse erreicht in C5 ”sehr hoch VH” Dauerhaftigkeit).

6. Warum beeinflussen Beschichtungsbedingungen das Salzsprüh Ergebnis?

Salzsprühdaten sind gemeinsames Ergebnis von ”Beschichtung + Beschichtungsverfahren”. Unzureichende Filmdicke, mangelhafte Oberflächenvorbereitung (z. B. nicht Sa 2½), unsachgemäße Kantenversiegelung senken systematisch die Stundenzahl, daher Muss-Vergleich bei gleichen Bedingungen.

7. Wie liest man Dritt-Salzsprühberichte, um nicht getäuscht zu werden?

Vier Punkte prüfen: die normgemäße Kennzeichnung und Methode (NSS/CASS), die Beschichtungsparameter (Substrat/Schichtdicke/Kantenversiegelung), die Beurteilungskriterien (Dauer, Blasengrad, einseitige Rostbildung in mm, Korrosionsausbreitung an der Ritze) sowie die Übereinstimmung von Probe und Institutsqualifikation. Ein Bericht, der nur „bestanden 500h“ ohne Details angibt, liefert nur begrenzte Informationen.

8. Lässt sich Salzsprühtest 500h in vor Ort mehrere Jahre umrechnen?

Nein, keine lineare Umrechnung. Der Salzsprühtest ist ein beschleunigtes Korrelationsverfahren zum relativen Vergleich verschiedener Formulierungen, jedoch keine präzise Vorhersage der Lebensdauer vor Ort.

9. Warum ist die Korrosionsausbreitung an der Ritze (scribed) wichtig?

Die Ritze erzeugt künstlich eine Beschichtungsbeschädigung und ist eine empfindliche Stelle zur Beurteilung des kathodischen Schutzes/der Barrierewirkung der Grundierung. Die einseitige Rostbreite (z. B. ≤1–2mm) wird meist ab der Ritze gemessen und stellt das Kernkriterium für die Beurteilung dar.

10. Welche Salzsprühklasse Rostschutzfarbe für Umgebung der Klasse C3?

Nach Archivdaten: Für C3″hoch“ kann etwa 500h (DIN EN ISO 9227) alkydbasierte Rostschutzgrundierung (z. B. Würth-Typ) verwendet werden; bei stärkerer Korrosion oder längeren Wartungsintervallen sollte auf ein vollständiges System mit höherer Salzsprühstufe aufgerüstet werden.

Empfohlene Literatur