Im Bereich der industriellen Beschichtung kann der Unterschied zwischen einem Projekt, das 2 Jahre oder 20 Jahre hält, oft nur wenige Dutzend Mikrometer (μm) betragen. Eine zu dünne Beschichtung führt zum Schutzverlust, während eine zu dicke Beschichtung Rissbildung riskiert und Kosten verschwendet. Bei PZSSS betrachten wir die Qualitätskontrolle (QC) als unverzichtbare Grundlage. Im Folgenden finden Sie den professionellen Prozess zur korrekten Messung der Trockenschichtdicke (DFT):
1. **Unterschied zwischen Nassschichtdicke (WFT) und Trockenschichtdicke (DFT)**
– **Nassschichtdicke (WFT):** Wird unmittelbar nach dem Auftragen der Farbe gemessen. Dies hilft dem Anwender, die Spritzpistole in Echtzeit anzupassen, um sicherzustellen, dass die spätere Trockenschicht den Anforderungen entspricht.
– **Trockenschichtdicke (DFT):** Die endgültige Dicke nach vollständiger Aushärtung der Beschichtung. Dies sind die offiziellen Daten für die Projektabnahme, Garantienachweise und Konformitätsprüfungen.
2. **Professionelle Messwerkzeuge**
– **Nassschichtkämme (Comb Gauges):** Zur Messung der WFT. Der Anwender drückt die Kammzinken senkrecht in die nasse Farbe und liest die höchste benetzte Skala ab.
– **Digitale Schichtdickenmessgeräte:** Diese hochpräzisen Instrumente nutzen elektromagnetische Induktion oder Wirbelstromprinzipien, um den Abstand zwischen der Sonde und dem metallischen Substrat zu messen. Verwenden Sie stets kalibrierte professionelle Messgeräte, um genaue Daten zu gewährleisten.
3. **Die „90/10-Regel“ für die Abnahme**
Fachnormen wie ISO 12944 oder nationale Standards verlangen nicht, dass jeder einzelne Messpunkt absolut präzise ist. Die branchenübliche Regel lautet:
– 90 % der Messpunkte müssen die angegebene Dicke erreichen oder überschreiten.
– Die verbleibenden 10 % der Messpunkte dürfen nicht weniger als 80 % der angegebenen Dicke betragen.
Die Einhaltung dieser Regel gewährleistet sowohl die strukturelle Sicherheit als auch die Vermeidung unnötiger Nacharbeiten.
4. **Korrekte Messtechnik**
Verlassen Sie sich nicht auf einen einzelnen Messwert. Um einen genauen Durchschnitt zu erhalten:
– Nehmen Sie mindestens 3 bis 5 Messwerte in einem Bereich von der Größe einer Münze.
– Berechnen Sie den Durchschnitt.
– Wiederholen Sie diesen Vorgang an verschiedenen Stellen der gesamten Struktur.
– Vermeiden Sie Kanten, Bolzen oder Schweißnähte, da sich dort Farbe natürlich ansammelt oder dünner wird und die Messwerte oft nicht repräsentativ sind.
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